Der Reiz des Einzelaktieninvestments
Die Börse fasziniert – und das besonders die junge Generation. Während klassische Anlegerstrategien oft auf breite Diversifikation und risikoarme Investments setzen, geht der Trend bei jungen Investoren zunehmend in eine andere Richtung: Einzelaktien. Warum aber entscheiden sich immer mehr Anleger gegen ETFs, die eine breite Streuung und vermeintlich geringeres Risiko bieten? Drei junge Investoren geben Einblicke in ihre Motivation und erklären, was sie sich von ihrer Strategie versprechen.
Die Suche nach dem Kick und die Hoffnung auf hohe Renditen
Der wohl häufigste Grund, warum junge Anleger Einzelaktien den Vorzug geben, ist der Nervenkitzel. "Mit ETFs fühle ich mich zu passiv", sagt Lukas (24), der seit drei Jahren an der Börse aktiv ist. "Ich will nicht einfach nur mein Geld parken, sondern aktiv entscheiden, in welche Unternehmen ich investiere." Diese Haltung teilt auch Anna (28), die sich intensiv mit Wachstumsaktien beschäftigt: "Ich liebe die Recherche und die Herausforderung, die besten Unternehmen herauszufiltern."
Neben dem Spannungsfaktor steht die Aussicht auf überdurchschnittliche Gewinne im Vordergrund. Während ETFs die Performance ganzer Indizes abbilden, bieten Einzelaktien die Chance, überdurchschnittliche Kursgewinne zu erzielen – allerdings bei höherem Risiko. "Ich möchte die nächsten großen Player früh erkennen und von ihrem Wachstum profitieren", erklärt Max (26), der hauptsächlich in Technologieaktien investiert.
Die Nachteile von ETFs: Trägheit und fehlende Flexibilität
Ein weiterer Grund, warum ETFs bei jungen Anlegern oft nicht punkten können, ist die empfundene Trägheit. Viele ETFs bilden große Indizes wie den S&P 500 oder den MSCI World ab und enthalten daher auch Unternehmen, die kaum noch wachsen oder sich in Schwierigkeiten befinden.
"Wenn ich auf Innovationen setze, will ich nicht in stagnierende Branchen investieren", betont Anna. Diese fehlende Flexibilität führt dazu, dass gerade dynamische Märkte nicht optimal genutzt werden können. Zudem bieten ETFs keinen Einfluss auf die konkrete Zusammensetzung des Portfolios.
Risikobewusstsein – Ein entscheidender Faktor
So verlockend die Strategie auch klingen mag, die Realität sieht oft anders aus. Einzelaktien sind spekulativ und bergen hohe Verlustrisiken – besonders, wenn der Einstieg zum falschen Zeitpunkt erfolgt. "Viele unterschätzen die Schwankungen und die emotionale Belastung", warnt Börsenexperte Michael Kruse.
Eine gezielte Auswahl an qualitativ hochwertigen Aktien kann langfristig rentabel sein, aber gerade bei kleinen Wachstumswerten drohen empfindliche Rückschläge. Experten raten daher zu einer ausgewogenen Mischung: Wer auf Einzelaktien setzt, sollte dennoch eine Basis aus stabilen ETF-Investments haben, um Verluste abzufedern.
Analyse: Chancen und Risiken des Einzelaktien-Investments
Die Attraktivität von Einzelaktien für junge Investoren lässt sich nicht leugnen. Der Nervenkitzel und die Chance auf hohe Gewinne sind verlockend. Doch die Strategie birgt erhebliche Risiken. Während einige Anleger durch gezielte Auswahl bedeutende Renditen erzielen, kann ein falsches Investment die gesamte Strategie zunichtemachen.
Chancen:
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Überdurchschnittliche Kursgewinne bei erfolgreicher Auswahl
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Aktive Beteiligung und direkte Einflussnahme auf das Portfolio
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Möglichkeit, innovative Unternehmen frühzeitig zu erkennen
Risiken:
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Hohe Volatilität und Kursverluste bei Fehlentscheidungen
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Emotionaler Stress und Zeitaufwand für Recherche
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Fehlende Diversifikation bei konzentrierten Portfolios
Junge Anleger sollten daher nicht ausschließlich auf Einzelaktien setzen, sondern eine gesunde Balance finden, um Risiken zu minimieren.
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